Schokolade nach dem zweiten Weltkrieg

Mitten durch Deutschland lief die Grenze nach dem zweiten Weltkrieg und es entstanden zwei unterschiedliche Welten von Schokolade. In Westdeutschland bekamen die Menschen nur von den Besatzungsmächten Schokolade. Über die Care-Pakete gelangte diese Köstlichkeit ab Juli 1946 nach Deutschland, für viele war es die erste Schokolade überhaupt in ihrem Leben. 

Der Wiederaufbau im Westen von Deutschland

Im Westen bekamen geflüchtete ostdeutsche Schokoladenhersteller Unterstützung, so dass sie wieder Fabriken aufbauen konnten. Ab 1949 wurde unter allen Produzenten der Rohkakao aufgeteilt. Wer bis dahin noch kein eigenes Unternehmen hatte, verkaufte seinen Anteil an andere Hersteller oder ließ bei diesen die Schokolade produzieren. Somit konnten auch die Unternehmen weiter existieren, die aus dem Osten geflüchtet waren. 

Die Preise für Schokolade wurden bis 1964 vorgegeben, daran mussten sich alle Schokoladenhersteller halten. Als die Preisbindung aufgehoben wurde, begann der Wettbewerb und zahlreiche Unternehmen mussten im Laufe der Jahre aufgeben. 

Ab 1970 wurden es immer weniger Unternehmen, die Schokolade herstellten, nur die ganz großen Firmen konnten den Wettbewerb überstehen. Die Produktion von Schokoladenwaren wurde immer mehr automatisiert und dadurch fielen Arbeitsplätze weg, die Zahl der Beschäftigten ging deutlich zurück und es wurde immer mehr Ware produziert. 

Die Enteignungen und die Planwirtschaft im Osten

Im Osten wurden die Fabrikanten enteignet und es entstanden die „Volkseigenen Betriebe“, die kurz als VEB bezeichnet wurden. Durch die Planwirtschaft und die Enteignungen wurde der größte Teil der Süßwarenbetriebe unter einem Dach des Staates zusammen gefasst. Zwar wurde die erste Produktion von Schokolade im Osten von Deutschland in Gang gesetzt, doch im Westen ging es dann schneller voran. 

Während der ganzen Zeit, als die DDR bestand, herrschte ein permanenter Mangel an den Rohstoffen. Es kam immer wieder zu Engpässen in den Produktionen, so dass mehr Ersatzrohstoffe verwendet wurden, wie zum Beispiel Erbsenmehl. Trotzdem blieb die Schokoladenindustrie im Osten auf der Höhe der Zeit und produzierte für den Westen. 

Auf dem Gebiet der DDR befanden sich viele große Schokoladenfabriken und Teile für die Zuckerproduktion, allerdings befanden sich im Westen die Zulieferbetriebe für die Maschinen und die Verpackungen. Durch die Zwangsenteignungen wurden viele Unternehmen umbenannt und erhielten neue Namen, wie die Schokoladenfabriken Halloren, Berggold, Rotstern, Elbflorenz, Zetti und Goldeck, um nur einige zu nennen. 

In den Nachkriegsjahren wurden oft Ersatzschokoladen hergestellt, die erfolgreichste Schokolade war die Vitalade. Da die Rohstoffe fehlten, wurden gehärtetes Pflanzenfett, Sojamehl, Braumalz und Haferflockenverwendet. Die Vitalade wurde als Überzugsmasse in den Konditoreien bis 1955 verwendet. Nachdem die richtige Schokolade wieder verkauft werden konnte, ging der Absatz der Ersatzschokoladen merklich zurück.

Bis zum Ende der DDR gab es von Zetti die beliebte „Schlager Süßtafel“, diese wurde vollkommen ohne Kakaobestandteile hergestellt. Als dann die Wende 1989/1990 kam, wurden in der DDR viele Schokoladenfabriken geschlossen oder von Unternehmen aus der BRD aufgekauft bzw. privatisiert. Die ostdeutsche Schokolade verschwand zunächst vollkommen vom Markt.

Als die „Ostalgie“ Welle nach einigen Jahren aufkam, gelangten einige Marken der DDR Schokolade wieder in den Handel. Allerdings werden diese nur im Osten von Deutschland erfolgreich verkauft.

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